Der temporäre Spiegel ist kein externes Objekt, sondern eine Funktion des eigenen Seins, durch die die bereits vorhandene Identität bewusst erkennbar wird. Seine Quelle liegt innen, doch er kann sich durch bessere Wahrnehmung oder durch Begegnung reflektierend zeigen, da innen und außen auf demselben Ursprung beruhen (man selbst). Die Umwelt wirkt dabei nicht als Ursprung, sondern als Resonanzraum, durch den das Eigene sichtbar und bewusst erfahrbar werden kann.
Temporär ist nicht seine Existenz, sondern seine aktive Wahrnehmung. Die Möglichkeit zur Selbsterkenntnis ist immer vorhanden, doch nur in bestimmten Momenten tritt sie bewusst hervor und macht sichtbar, was immer da war.
Der temporäre Spiegel erschafft die Identität nicht, doch er formt ihre bewusste Erkenntnis. Durch Reflexion wird das bereits Vorhandene nicht verändert in seinem Ursprung, aber in seiner bewussten Integration gefestigt und klarer zugänglich. Erkenntnis wirkt dadurch strukturierend auf das eigene Bewusstsein, ohne dessen eigentliche Quelle zu ersetzen.
Der Mensch bleibt der alleinige Ursprung und Gestalter seines eigenen Seins. Der Spiegel ist die Funktion, durch die dieses Sein sich selbst erkennen, bestätigen und bewusst integrieren kann.
— Daniel Piatek
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