Begeisterung beginnt oft dort, wo die Forderung nach Notwendigkeit endet. In der Tiefe darf der Blick auf die Natur fallen: Sie ist einfach, sie ist jetzt, und sie kann unterstützt werden, ohne dass sie kontrolliert werden muss. Man kann sich ein eigenes Stück Realität bauen und beobachten, wie sich überall alles regt und bewegt. Alles in der Natur ist motiviert und mit den unmittelbaren Dingen beschäftigt, ohne nach einer übergeordneten Rechtfertigung oder einem 100-Prozent-Erfolg zu verlangen.
Diese Beobachtung führt zu einer wesentlichen Erkenntnis: Es bedarf keiner Notwendigkeit. Der Mensch darf aufhören, alles perfekt denken zu wollen, denn so ist die Natur nicht. Wer sich von dem Zwang befreit, Ziele unbedingt vollständig realisieren zu müssen, entkommt dem Selbstmitleid und der Angst vor der eigenen Unfähigkeit. Da das Leben ohnehin endlich ist, erweist sich das Ersehnen eines Endes als unlogisch und für einen Menschen mit Tiefe als nicht denkenswert.
Das neue Auftauchen geschieht in kleinen Teilen, die man sich Stück für Stück erarbeitet. Es ist die Akzeptanz der Perfektheit des Unperfekten: Wenn man viel bewegt, bleibt vieles liegen – das ist kein Mangel, sondern Ausdruck des lebendigen Prozesses. Wichtig ist allein das Bewusstsein, dass man jederzeit die Möglichkeit hat, weiterzumachen. Man ist einfach, ohne den Druck einer künstlichen Vollkommenheit, und findet genau in dieser Zweckfreiheit die Wahrheit des Augenblicks zurück.
Daniel Piatek
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