Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist dieses ganze Ding mit dem „Glauben“ eine totale psychologische Falle. Glauben tust du nämlich immer nur dann, wenn du eigentlich keinen Plan hast. Es fängt genau da an, wo das Wissen und dein echtes Selbstvertrauen aufhören. Uns wird von klein auf eingeredet, dass Glauben was Tolles ist, aber in Wahrheit macht es dich bloß passiv. Wer nur glaubt, schiebt die Verantwortung ab, hofft einfach stumpf weiter und macht sich am Ende zur perfekten Zielscheibe für Enttäuschungen.
Das Gefährliche daran ist, dass Glauben dich blind macht. Du hängst in einer Schleife aus Hoffnungen, Wunschdenken und Erwartungen fest. Die Hoffnung fälscht deinen Blick auf die Realität, deine Wunschgedanken dichten anderen Leuten Eigenschaften an, die sie gar nicht haben, und deine Erwartungen sind wie Schecks, die am Ende sowieso platzen. Du ziehst dir quasi selbst Scheuklappen an. Nur um dein schönes Traumbild im Kopf zu retten, drückst du alle roten Flaggen, miese Charakterzüge oder die emotionale Kälte deines Gegenübers einfach weg. Das ist wie eine billige Betäubung. Aber irgendwann knallt die Realität halt doch rein, die Seifenblase zerplatzt und du stehst vor dem emotionalen Scherbenhaufen. Der Preis für diese Realitätsverweigerung ist verdammt hoch: Du bist tief enttäuscht, hast haufenweise Lebenszeit verplempert und stehst am Ende mit einem gebrochenen Herzen da, weil der andere dich eiskalt ausgenutzt hat.
Unterm Strich ist das ein verdammt mieses Geschäft. Das Einzige, was du aus so einem Absturz als Gewinn mitnehmen kannst, ist eine echte Überzeugung. Das ist diese unerschütterliche, innere Sicherheit, die dir keiner mehr nehmen kann, weil sie im Feuer deiner Krisen geschmiedet wurde. So eine Überzeugung ist das pure Ergebnis von fetter Lebenserfahrung. Aber den Umweg über den naiven Glauben zu gehen, nur um diese Stärke zu kriegen, ist einfach ein extrem schmerzhafter und verdammt teurer Fehler.
Ein reifer, innerlich freier Mensch hat diesen Kindergarten mit den falschen Wunschbildern gar nicht mehr nötig. Der überspringt das einfach. Er baut sein Leben auf einem Fundament auf, das einzig und allein auf seinem eigenen Urteilsvermögen und seinen Erfahrungen basiert. Und daraus entsteht eine richtig geile Ansage: Wenn er sich bei einer Sache nicht sicher ist, hält er einfach mal den Mund. Wenn er sich aber absolut sicher ist, haut er die Fakten klipp und klar auf den Tisch. So ein Mensch redet nur noch aus seiner eigenen Mitte heraus. Er hat es null nötig, sich vor irgendwem zu rechtfertigen, oder sich darum zu scheren, ob eine unreife Umwelt ihn überhaupt versteht. Wenn du den naiven Glauben durch die knallharte Realität deiner eigenen Überzeugung ersetzt, brauchst du kein Schulterklopfen von außen mehr. Und du nimmst anderen Leuten komplett die Macht, dich jemals wieder zu manipulieren, zu verarschen oder zu verletzen.
Wenn du überzeugt bist…….
brauchst du nicht glauben .

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